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Nachfolgend erhalten Sie Informationen zum Studium sowie zur Einstellungspraxis in Schleswig-Holstein:

  

Studium als Diplom- Rechtspfleger/in (FH) im
Dienst des Landes Schleswig-Holstein  (gehobenen Justizdienst)

 

 

Aufgaben:

Rechtspfleger sind ein unabhängiges Organ der Rechtspflege. Sie haben bei Gerichten und Staatsanwaltschaften einen eigenen, durch Gesetz fest­gelegten Wirkungskreis, in dem sie selbständig und eigen­verantwortlich arbeiten. Rechtspfleger sind nicht an Weisungen eines Vorgesetzten gebunden, sondern nehmen die ihnen durch Gesetz überwiesenen Aufgaben in sachlicher Unabhängigkeit wahr.

 

Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst u. a.:

  • Vollstreckung von Geld- und Freiheitsstrafen, Vermögensabschöpfungen (Staatsanwaltschaft)

 

  • Familien- und Betreuungssachen (z.B. Aufsicht über Vormünder und Betreuer),

 

  • Nachlasssachen (z. B. die Erteilung von Erbscheinen),

 

  • Registersachen (z. B. die Entscheidung über Anmeldungen zum Handels­register sowie über Eintragungen im Partnerschafts-, Vereins- und Güterrechtsregister),

 

  • Grundbuchsachen (z. B. die Entscheidung über Anträge auf Eintragung einer Grundschuld oder auf Übertragung des Eigentums an einem Grundstück),

 

  • Aufgaben der Zwangsvollstreckung (z. B. die Pfändung von Lohnforderungen, die Anordnung und Durchführung der Zwangsversteigerung von Grund­stücken, die Durchführung von Insolvenzverfahren).

 

Ausbildung:  

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie umfasst ein insgesamt 24-monatiges Studium an der Norddeutschen Hochschule für Rechtspflege in Hildes­heim und eine praktische Ausbildung von 12 Monaten Dauer an einem Amtsgericht und einer Staatsanwaltschaft.

 

Das Studium an der Norddeutschen Hochschule für Rechtspflege in Hildesheim wird in ein Grund-, Haupt- und Vertiefungsstudium aufgeteilt.

 

Im einzelnen gliedert sich der Ausbildungsgang wie folgt:

  • Grundstudium (10 Monate)
    Norddeutsche Hochschule für Rechtspflege, Hildesheim. Das Grundstudium wird mit einer Zwischenprüfung abge­schlossen.
  • Berufspraktische Studienzeit I (3 Monate)
    Für die Ausbildung in der berufspraktischen Studienzeit I kommen die Amtsgerichte in Flensburg, Kiel, Itzehoe, Meldorf, Neumünster und Lübeck bzw. Staatsanwaltschaften Flensburg, Kiel, Itzehoe und Lübeck in Betracht.
  • Hauptstudium I (8 Monate)
    Norddeutsche Hochschule für Rechtspflege, Hildesheim.
  • Berufspraktische Studienzeit II (9 Monate)
    Für die Ausbildung in der berufspraktischen Studienzeit I kommen die Amtsgerichte in Flensburg, Kiel, Itzehoe, Meldorf, Neumünster und Lübeck in Betracht.
  • Hauptstudium II (6 Monate)
    Norddeutsche Hochschule für Rechtspflege, Hildesheim.

 

Informationen über die Hochschule finden Sie unter

www.hr-nord.niedersachsen.de .

 

Prüfung und  

Diplomierung: 

Die Rechtspflegerprüfung umfasst folgende Prüfungsteile:

1.     Diplomarbeit

2.     sechs fünfstündige Aufsichtsarbeiten

3.     mündliche Prüfung.

Die Diplomarbeit und die mündliche Prüfung können sich auf alle Gegen­stände der Ausbildung erstrecken.

Erfolgreichen Absolventen der Rechtspflegerprüfung wird der akademische Grad

Diplom-Rechtspfleger/in (FH)  

verliehen.

Anwärterbezüge und  

Beihilfe: 

 

Während des Vorbereitungsdienstes werden Anwärterbezüge von monatlich 1191,22 € brutto und ggf. ein Familienzuschlag gezahlt (Stand: Januar 2018).

Für Aufwendungen in Krankheitsfällen leistet das Land Beihilfen. Diese decken aber nur einen Teil der Kosten. Es empfiehlt sich daher, eine freiwillige Krankenversicherung abzuschließen.

Bewerbung: 

In das Beamtenverhältnis darf gemäß § 7 Abs.1 BeamtStG nur berufen werden, wer

 

1. Deutsche oder Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes ist oder die Staatsangehörigkeit

 a) eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder

 b) eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen

Wirtschaftsraum oder

 c) eines Drittstaates, dem Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben, besitzt,

 

2. die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische

Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten, und

 

3. die nach Landesrecht vorgeschriebene Befähigung besitzt.

 

Zum Vorbereitungsdienst kann zugelassen werden,

 a)  wer eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung besitzt

oder

 b)  einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweist.

 

Beamte der Laugbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt (früher: mittlerer Dienst) können zur Rechtspflegerausbildung im Wege des Aufstiegs zugelassen werden, wenn sie

 

a)    eine zu einem Fachhochschulstudium berechtigende Schulbildung besitzen,

 

b)    sich nach Ablegung der Prüfung für das zweite Einstiegsamt der Laufbahngruppe 1 der Fachrichtung Justiz in einer mindestens dreijährigen Tätigkeit als Justizfachwirtin oder Justizfachwirt bewährt haben und

 

c)    nach ihrer Persönlichkeit, Befähigung und den gezeigten Leistungen für den Rechtspflegerdienst geeignet erscheinen.

Einstellungstermin ist jeweils der 1. Oktober eines Jahres.
Die Zahl der Einstellungen richtet sich nach dem voraussichtlichen künftigen Bedarf an Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern.
Schwerbehinderte werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt.


Sind Sie an einer Ausbildung im gehobenen Justizdienst interessiert, bewerben Sie sich bitte mit folgenden Unterlagen:

  • aussagefähiges Anschreiben mit einer kurzen Darstellung Ihrer Gründe für die Berufswahl,
  • tabellarischer Lebenslauf mit aktuellem Lichtbild,
  • Fachhochschul- oder Reifezeugnis; falls noch nicht erworben: die beiden letzten Schulzeugnisse (Kopien); ggf. Beschäftigungszeugnisse oder Qualifizierungsnachweise (z.  B. PC-Kenntnisse etc.)
  • evtl. Schwerbehindertenausweis

bis zum

30. September

(1 Jahr vor Ausbildungsbeginn).

 

Bewerbungsanschrift:

 

Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts

-Personalreferat-

Gottorfstraße 2, 24837 Schleswig. 

 

 

 

 

Allgemeine Informationen zum Beruf der Rechtspflegerin/des Rechtspflegers erhalten Sie auch bei der Bundesagentur für Arbeit.

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht nimmt außerdem jährlich an den Nordjobmessen in Flensburg, Kiel, Lübeck und Horst/Elmshorn, sowie an der Jungen Messe in Norderstedt teil.